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Digitalisierung im Gesundheitswesen

Die stille Revolution in Health Care – Gesundheitsberufe im Wandel

Das Telefon klingelt. Gleichzeitig wartet schon der nächste Patient am Empfang. Die Ärztin diktiert einen Bericht, während eine E-Mail mit Laborresultaten eingeht. Früher lagen dafür Papierdossiers und Notizzettel auf dem Schreibtisch, am Bildschirm klebten Post-ist mit Telefonnummern oder Passwörtern. Heute laufen Termine, Dokumentation, Kommunikation und medizinische Informationen über digitale Systeme zusammen, das Papier verschwindet immer mehr aus den Praxen.

Wer in der Administration in einer Arztpraxis, Klinik oder einem Gesundheitszentrum arbeitet, braucht heute viel mehr als Organisationstalent und ein freundliches Lächeln. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, neue Prozesse und steigende Erwartungen verändern den Berufsalltag in der Health-Care-Branche grundlegend. Gefragt sind Profis, die koordinieren, kommunizieren, managen und die mit digitalen Werkzeugen und KI vertraut sind.

55 % Digitalisierung. 100 % Chance für Clevere.

Die Schweiz verfügt über eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Beim Thema Digitalisierung besteht jedoch Nachholbedarf. Gemäss dem Swisscom Digital Health Radar 2025 liegt der Digitalisierungsgrad im Schweizer Gesundheitswesen bei durchschnittlich nur gerade 55 Prozent. Mit dem Programm DigiSanté will der Bundesrat die digitale Transformation zwischen 2025 und 2034 gezielt vorantreiben. Ziel sind effizientere Abläufe, eine höhere Patientensicherheit und eine bessere Behandlungsqualität.

Die Digitalisierung verändert aber nicht nur Prozesse. Sie verändert, wer im Gesundheitswesen gefragt ist und wer nicht mehr mithalten kann.

Gleicher Job. Völlig andere Aufgaben.

Die Digitalisierung übernimmt also die Routineaufgaben. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Koordination, Kommunikation und Qualitätskontrolle.

Drei Beispiele:

  1. Medizinischen Sekretärin machen heute viel mehr als Termine koordinieren. Sie arbeiten mit elektronischen Patientendossiers, bereiten medizinische Berichte auf, kommunizieren mit Versicherungen und verschiedenen Fachpersonen und sorgen dafür, dass Informationen zuverlässig dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

  2. Mitarbeitende in Praxis- und Klinikadministrationen steuern digitale Prozesse rund um Aufnahme, Dokumentation, Abrechnung und Terminplanung. Sie bewegen sich täglich zwischen unterschiedlichen IT-Systemen und behalten auch in hektischen Situationen den Überblick.
  3. Koordinations- und Schnittstellenfunktionen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Wer Patient:innen begleitet, zwischen Ärzt:innen, Pflege, Therapeut:innen und Versicherungen vermittelt oder komplexe Abläufe organisiert, verbindet fachliches Verständnis mit hoher Kommunikationskompetenz.

Allen gemeinsam ist: Digitale Werkzeuge unterstützen ihre Arbeit. Gleichzeitig wird der Mensch als Bindeglied und Qualitätsprüfende Instanz wichtiger denn je.

Zu wenig Personal, zu viel zu tun – Fachkräfte sind gefragt

Die Digitalisierung ist nicht der einzige Treiber des Wandels. Gleichzeitig verschärft der Fachkräftemangel die Situation. Gesundheitsberufe gehören seit Jahren zu den Berufen mit dem grössten Mangel in der Schweiz. Umso wichtiger werden gut organisierte Prozesse und qualifizierte Mitarbeitende, die administrative Abläufe effizient steuern und medizinische Fachpersonen entlasten können.

Medizinische*r Sekretär*in 2.0: Mehr als Termine und Telefon

Die Digitalisierung schafft neue Aufgaben und sie verändert bestehende Berufe. Gefragt sind heute Fachpersonen, die medizinische Abläufe verstehen, digitale Systeme sicher nutzen und auch in anspruchsvollen Situationen den Überblick behalten.

So übernehmen Medizinische Sekretär*innen heute weit mehr als klassische Büroaufgaben. Sie koordinieren Termine über verschiedene Fachbereiche hinweg, bereiten medizinische Unterlagen vor, arbeiten mit elektronischen Patientendossiers und kommunizieren mit Patient*innen, Ärzt*innen, Versicherungen und weiteren Gesundheitsfachpersonen.

Auch Mitarbeitende in Praxis- und Klinikadministrationen werden immer stärker zu Drehscheiben des Gesundheitswesens. Sie sorgen dafür, dass Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, koordinieren Prozesse und tragen wesentlich dazu bei, dass sich medizinische Fachpersonen auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können.

Organisation, Kommunikation und digitale Kompetenz werden damit zu Schlüsselqualifikationen. Und zwar unabhängig davon, ob jemand bereits im Gesundheitswesen tätig ist oder als Quereinsteiger*in den Einstieg sucht.

Warum Weiterbildung keine Kür mehr ist, sondern Pflicht

Der Wandel findet nicht irgendwann statt, sondern jetzt. Neue Software, digitale Patientendossiers, automatisierte Prozesse oder der Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändern laufend die Anforderungen. Wenn du dich weiterbildest, baust du nicht einfach zusätzliches Wissen auf, sondern du schaffst dir die Grundlage, um auch künftig sicher und kompetent arbeiten zu können.

Gleichzeitig eröffnet dir Weiterbildung neue Perspektiven. Wenn du medizinische Zusammenhänge verstehst, Fachbegriffe sicher einordnen kannst und digitale Prozesse beherrschst, übernimmst du mehr Verantwortung und machst dich zur unentbehrlichen Fachkraft.

Ob ein Lehrgang zur Medizinischen Sekretärin bzw. zum Medizinischen Sekretär mit Diplom, eine Weiterbildung in Medizinischer Terminologie oder Pathologie und viele andere: Entscheidend ist die Bereitschaft, sich mit den Veränderungen auseinanderzusetzen und die eigenen Kompetenzen laufend weiterzuentwickeln.

Die Zukunft gehört den Schnittstellen

Das Gesundheitswesen wird auch in den kommenden Jahren komplexer, digitaler und stärker vernetzt. Gerade deshalb braucht es Profis, die fit sind in digitalen Technologien und Kommunikationsmitteln, die Abläufe smart koordinieren und die verschiedene Berufsgruppen miteinander verbinden. Die Technik übernimmt dabei viele Routineaufgaben. Was sie nicht ersetzen kann, sind Organisationstalent, Kommunikationsstärke, Verantwortungsbewusstsein und der Blick für das Ganze. Wenn du diese Fähigkeiten mitbringst und bereit bist, Neues zu lernen, hast du beste Voraussetzungen, die Zukunft des Gesundheitswesens aktiv mitzugestalten.

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