Zukunft Ostschweiz 2025: «Team Suisse» demonstriert Stärke
Die Weltwirtschaft steht vor grossen Herausforderungen. Am Konjunkturforum Zukunft Ostschweiz vom 17. November 2025 demonstrierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Bildung Stärke.
«Ich bin super zufrieden», sagte Markus Bänziger, Direktor IHK St.Gallen-Appenzell, um 19:45 Uhr beim Apéro riche und nahm einen Glückwunsch nach dem anderen entgegen. Auch die 1059 Gäste – ein neuer Rekord notabene – tauschten nach der Veranstaltung begeistert ihre Eindrücke aus, während sie sich in an den Leckerbissen gütlich taten. «Das jährliche Kulturforum Ostschweiz ist immer wieder bereichernd. Doch das heute war eine der besten Veranstaltungen, die ich erlebt habe», lobte etwa ein Unternehmer aus dem Maschinenbau, der noch keine «Zukunft Ostschweiz» verpasst hat, und auch das Netzwerken schätzt. Sein Gegenüber bestätigte: «Die Reden waren sehr interessant und das Programm äusserst kurzweilig.»
«Ich bin super zufrieden», sagte Markus Bänziger, Direktor IHK St.Gallen-Appenzell, um 19:45 Uhr beim Apéro riche und nahm einen Glückwunsch nach dem anderen entgegen. Auch die 1059 Gäste – ein neuer Rekord notabene – tauschten nach der Veranstaltung begeistert ihre Eindrücke aus, während sie sich in an den Leckerbissen gütlich taten. «Das jährliche Kulturforum Ostschweiz ist immer wieder bereichernd. Doch das heute war eine der besten Veranstaltungen, die ich erlebt habe», lobte etwa ein Unternehmer aus dem Maschinenbau, der noch keine «Zukunft Ostschweiz» verpasst hat, und auch das Netzwerken schätzt. Sein Gegenüber bestätigte: «Die Reden waren sehr interessant und das Programm äusserst kurzweilig.»
Der Schweizer Aussenhandel im Fokus
Was war denn so besonders am Konjunkturforum Ostschweiz 2025? Zum einen die Aktualität. Markus Bänziger: «Das Motto legen wir jeweils ein Jahr vor der Veranstaltung fest. Im Herbst 2024 wussten wir nicht, wie brisant das Thema «Zölle, Zweifel, Zuversicht» 2025 sein würde.» Zum anderen überzeugte die Mischung der Podiumsteilnehmenden: Vom Botschafter und Leiter des SECO über Wissenschaftler der ETH Zürich und der Universität Zürich bis hin zu Finanzexperten des IHK und der St. Galler Kantonalbank sowie Vertreterinnen und Vertreter Ostschweizer Unternehmen. Sie alle diskutierten über einen zentralen Pfeiler des Schweizer Wohlstandes: den Aussenhandel.
«Mer sönd s’Team Suisse»
Keine Frage: Die Weltwirtschaft ist im Umbruch. Handelspolitische Spannungen, eine anhaltend schwache Konjunktur in Europa und der starke Franken stellen die Schweizer Wirtschaft vor Herausforderungen. Die Ostschweiz ist dabei besonders gefordert, weil ihr wichtigstes Exportland, Deutschland, nach wie vor schwächelt. Der Hammerschlag am 1. August 2025 mit US-Importzöllen von 39 % sorgten zusätzlich für grosse Unsicherheit. Immerhin konnte die Delegation rund um Guy Parmelin letzte Woche doch noch eine Einigung im Zollstreit erzielen. Die US-Zölle auf Schweizer Exporte werden von 39 auf 15 Prozent gesenkt. Vielleicht trug diese Nachricht etwas dazu bei, dass die Stimmung am Anlass positiver war, als man hätte annehmen können. Vielleicht liegt es aber auch ganz einfach an den (Ost-)Schweizer Charaktereigenschaften, die sich schon in etlichen Krisen bewährt haben: Resilienz, Offenheit, Agilität, Mut zur Diversifikation und Zusammenhalt. Gerade dieser vielzitierte innerschweizerische Zusammenhalt war an diesem Abend deutlich spürbar. Mehrmals fiel der Begriff «Team Suisse» – zwei Worte, die viel aussagen.
Maestrani’s Haselnusskrise
Zu den Repräsentanten dieses «Team Suisse» zählte an der Podiumsdiskussion auch Walter Räss, Käser und Inhaber der Käserei Tufertschwil AG. Praktisch von heute auf morgen musste er im August 2025 Überbrückungsstrategien finden, als der Export seines Käses in die USA – immerhin 30% der Jahresproduktion – jäh zusammenbrach. Auf die Schnelle galt es für ihn, neue Absatzkanäle für die überschüssige Milch zu suchen, denn die Bauern lieferten weiterhin morgens und abends ihre Milch ab. «Ich liess mich nicht ins Bockshorn jagen», sagte er. Stattdessen rang er nach Lösungen, statt zu resignieren. Kurzfristig nahm ihm ein anderer Käser die überschüssige Milch ab, mittelfristig sucht er neue Absatzkanäle – zurzeit verhandelt er mit Australien. «Not macht erfinderisch», heisst ein altes Sprichwort, das sich viele Schweizer Unternehmen zum Credo machen. Auch Christoph Birchler, CEO der Maestrani AG, musste in jüngster Vergangenheit in immer kürzeren Abständen erfinderisch sein. Für ihn gehört die Krisenbewältigung laut eigenen Aussagen inzwischen fast schon zum Arbeitsalltag: «Zuerst hatten wir die Rohstoffkrise mit fehlendem Kakao, dann die Zollkrise und aktuell beschäftigt uns die Haselnusskrise.»
Zuversicht trotz getrübter Aussichten
Wie alle exportierenden Unternehmen ist auch Maestrani von den US-Zöllen betroffen, führte Christoph Birchler aus: «Wir haben in den USA Regalplätze in vielen Läden, die wir füllen müssen. Die Regalplätze sind unser Kapital. Wenn wir nicht liefern, bleiben die Regalplätze leer und werden innert kürzester Zeit von der Konkurrenz übernommen. Also müssen wir konstant liefern, auch wenn die Zölle erhöht wurden, und wir können nicht einfach den Preis erhöhen.» Natürlich liess die Senkung der US-Zölle auf 15 % Christoph Birchler aufatmen. Auch die anderen Podiumsteilnehmenden zeigten sich erleichtert und gaben Einblicke in ihre zukunftsweisenden Aussenhandelsstrategien: Thomas Bosshard, Co-CEO und Mitinhaber der Oertli Instrumente AG; Katy Broder, EVP bei Hexagon Geosystems; Marianne Meyer, CEO der Herbamed AG und Stefan Scheiber, CEO der Bühler AG. Sie alle stellen sich mit Offenheit, Kreativität und notfalls mit Überbrückungsstrategien für die Zukunft auf, indem sie zum Beispiel ihr Engagement im globalen Süden ausbauen. Eine solche Haltung zeichnet Sieger und Siegerinnen aus.
Schweizer Bildungssystem als Grundlage für Innovationskraft
Apropos Zukunft: Letztlich geht es bei der gemeinsamen Bewältigung von wirtschaftlichen Umbrüchen auch immer darum, den Nachwuchs einzubeziehen. Das IHK hatte im Vorfeld der Veranstaltung Stimmen bei vier Kantonsschulklassen eingeholt und sie zum Event eingeladen. Die Stimmen der Jugendlichen gaben dem Abend eine wichtige zusätzliche Perspektive. Während Expertinnen und Experten über Zölle, Märkte und Strategien sprachen, erinnerten die jungen Menschen daran, worauf es langfristig ankommt: auf ein starkes Bildungssystem, das Innovationskraft fördert und Generationen befähigt, zukünftige Herausforderungen anzupacken. Ihre Statements zeugten von bemerkenswerter Reife und Zuversicht. Sie wünschten sich weniger Bürokratie, mehr Mut zu Forschung und Technologie und vor allem Investitionen in die Bildung. Damit bestätigen sie, was die Ostschweiz an diesem Abend eindrucksvoll demonstriert hat: Zukunft entsteht dort, wo Wissen, Unternehmergeist und Verwaltung zusammenkommen. Oder, wie viele an diesem Abend proklamierten: «Mer sönd s’Team Suisse.»
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